Englischlernen in Irland - land of liquid sunshine (the rain)

Ich habe meinen einwöchigen Bildungsurlaub in Cork und danach noch ein paar Tage in Westirland verbracht, um mein Englisch wieder aufzufrischen und Land und Leute kennenzulernen. Irland hat mich mit sattem Grün und den gastfreundlichsten Menschen der Welt willkommen geheißen. Es ist unglaublich einfach in Irland mit Leuten ins Gespräch zu kommen und landschaftlich ist Irland mehr als sehenswert. Lest und seht mehr in meiner Fotoreportage.

In meinem einwöchigen Bildungsurlaub bin ich für einen Englischkurs nach Irland gereist, um dort mein Englisch wieder ein wenig aufzufrischen und Land und Leute kennenzulernen. Ich wusste nicht so richtig, was mich in Irland erwarten würde, wurde aber positiv überrascht. So viel vorweg: Es war ein toller Aufenthalt. 

Cork hat zwar einen eigenen Flughafen, doch ich hatte mich entschlossen, am Sonntagabend bis Kerry zu fliegen und von dort mit dem Zug ca. zwei Stunden nach Cork zu fahren. Landschaftlich wurde mir während der Zugreise schon einiges geboten und ich konnte langsam im grünsten Land der Welt ankommen. Das Wetter war erstaunlich gut mit Sonnenschein und ich konnte mich an den vorbeifliegenden, grünen Kerry Gold Weiden und Kühen erfreuen.

Ich hatte mir selbst eine Unterkunft in der Nähe der Sprachschule (ca. 10-15 min zu Fuß) gesucht und auch direkt in der Nähe des Bahnhofs. Das hat sich im Gespräch mit den anderen Teilnehmer*innen als sehr günstig erwiesen, denn -wer hätte es gedacht- Cork wird auch nicht vom Stau verschont und wer eine weitere Anreise hatte, musste gut und gerne 45 min bis 60 min morgens einplanen. Das Bed and Breakfast kann ich mit 60 € inkl. Irischem Frühstück und herzlicher Gastfreundschaft nur empfehlen. 

1. Kurstag

Dank meiner in der Nähe gelegenen Unterkunft konnte ich am Montag bequem in ca. 15 min zur Schule ACET laufen, auch wenn es steil den Berg hinauf ging. Um 9 Uhr ging es mit der Einstufung und dem ersten Kurstag los. Mein gebuchter Intensivkurs beinhaltete 26 Zeitstunden, wobei es von Di-Do noch Nachmittagsunterricht gab. 

Die Unterrichtszeiten waren: Mo-Fr 9-10.45 + 11-12:55 // zusätzlich Di-Do: 14:10 – 16:00 

Da es eine relativ kleine Sprachschule war/ist und auch die Hochsaison vorüber zu sein schien, gab es nicht viele Neuanreisen. Nichtsdestotrotz wurden wir herzlich durch die akademische Managerin begrüßt. Nach einer kurzen, allgemeinen Vorstellungsrunde und einem Multiple Choice Test wurden wir dann nach kurzer Zeit einem Kurs zugeordnet. Ich kam mit vielen anderen deutschsprachigen Teilnehmer*innen in einen advanced-Kurs. Die Kurse sind so organisiert, dass man jeden Montag in seinem passenden Niveau beginnen kann, dementsprechend waren in dem Kurs bereits Personen, die uns ebenso nett willkommen hießen.  

Das Kursmodell

Der Intensivkurs bestand aus zwei Blöcken in einer Gruppe (Mo-Fr) und nachmittags einem Block in einer anderen Gruppe (Di-Do). Es gab für die ersten beiden Blöcke eine Lehrkraft und für den dritten eine weitere. Auf diese Weise hatte man die Chance zwei verschiedene Persönlichkeiten und auch Gruppen zu erleben. Ich sehe diese Vorteile durchaus, aber finde persönlich den Unterricht in einer Gruppe und auch bei einer Lehrkraft besser. Die Inhalte waren so organisiert, dass die Nachmittagsstunden von den ersten beiden Blöcken losgelöst waren. Nach einem kurzen Gespräch mit der akademischen Betreuerin am Ende meines Aufenthalts wurde mir dann auch noch einmal bestätigt, dass der 3. Block einzelne Themen vertiefend aufgreift und nicht mit dem Lehrbuch gearbeitet wird. Dieser Sachverhalt wurde im Kurs selbst leider nicht erklärt, so dass ich für mich keinen roten Faden im Unterricht erkennen konnte. Weiterhin konnte die Schule aufgrund der niedrigeren Teilnehmerzahlen im Herbst scheinbar nicht für jedes Niveau einen eigenen Kurs garantieren, weshalb im Nachmittagsteil von intermediatebis advanced alle Teilnehmer*innen in einem Kurs waren. 

Der Unterricht 

Der Fokus des Unterrichts lag auf der mündlichen Produktion, wobei man sich bei Bedarf auch zusätzliche Hausaufgaben zu den anderen Bereichen bei der akademischen Beraterin holen konnte. Beide Lehrkräfte sorgten für Sprechanlässe, wobei die Lehrkraft am Vormittag mit der Themenauswahl besonders viele interessante Impulse gegeben hatte. Wir, die Teilnehmer*innen, wurden in beiden Kursen nach Wünschen gefragt und konnten so die Inhalte der Stunden mitbestimmen. 

Die Lehrkräfte 

Wie bereits erwähnt, hatte ich während der Woche zwei verschiedene Lehrkräfte und Klassen. Die Lehrerin am Vormittag war auch Teacher Trainerin, sie bildet also selbst zukünftige Lehrkräfte aus und bereitet zudem viel auf die Cambridge Sprachprüfungen vor. Im Unterricht wusste sie deshalb genau, worauf es ankam. Besonders positiv fand ich, dass am Ende der Woche ein kurzes persönliches Feedback durch die Lehrkraft erfolgte. In diesem Gespräch empfahl sie mir dann auch Vorbereitungsbücher für die Cambridge-Prüfung C1 und ich konnte ihr auch persönlich noch einmal ein Feedback zu meinem Aufenthalt geben. Die zweite Lehrkraft wirkte auf mich noch nicht so routiniert und mir hat in diesem Unterricht leider die Struktur gefehlt. 

Die Räumlichkeiten

Untergebracht war/ist die Sprachschule im viktorianischen Viertel in einem schönen Bau mit breiter Eingangstreppe. Insgesamt gab es 3 Etagen mit je 3-4 Unterrichtsräumen. Die Räume, in denen ich Unterricht hatte, waren alle mit Beamer und Whiteboard ausgestattet. In den Gängen vor den Klassenräumen standen Sofas, so dass man sich während der Pausen auch dort aufhalten konnte. Gleich zu Beginn wurden wir angehalten nur in der Küche zu essen und nicht in den Klassenräumen oder Gängen. Die Küche war leider sehr klein und lud mich nicht wirklich zum Verweilen ein. Es gab dort Barhocker, einen Kaffeeautomaten und einen Wasserspender. Da die Schule sehr klein war/ist, gab/gibt es im Haus selbst keine Cafeteria. Die erste Pause war mit 15 Minuten auch ein bisschen knapp bemessen, um sich etwas zum Essen in einer Bäckerei/ im Supermarkt holen zu können. Es gab aber einige Angebote im Umfeld der Schule, da diese auch zentral gelegen war. Mit der „students´ card“ konnte man auch bei vielen Geschäften Rabatte bekommen. 

Das Freizeitprogramm 

Das Freizeitprogramm hat mich leider ein wenig enttäuscht, denn für mich waren die Aktivitäten nicht interessant. Ich hatte erwartet, dass Ausflüge zu den in der Stadt befindlichen Sehenswürdigkeiten (Schlösser/Burgen, Hafen von Cobh, Stadtgefängnis, Kirchen usw.) organisiert werden, oder gemeinsame Kino-, Pub-, Bowlingabende. Stattdessen gab es für das Wochenende ein paar Empfehlungen, die man dann aber allein organisieren musste und unter der Woche gab es auch keine sehr einladenden Angebote. Trotzdem wurde man aber gut betreut, wenn man selbst Ausflüge organisieren wollte und die Lehrkräfte standen einem auch mit Rat und Tat zur Seite. Im Gespräch mit einer Lehrerin erfuhr ich auch, warum das Programm so organisiert war. Die Schule hatte immer öfter die Erfahrung gemacht, dass die Teilnehmer*innen sich lieber allein organisieren und viel unabhängiger sind als noch vor Jahren. Das Resultat ist/war, dass nur noch wenige Personen die Angebote der Schule wahrnehmen/wahrnahmen. Ich verstehe das, da ich mich auch gern allein organisiere, aber für eine Woche wäre es toll gewesen, an zwei bis drei Aktivitäten teilnehmen zu können. Nach meinem Feedback (und Rückmeldungen von anderen Personen) wurde das Programm mit Ausflügen und interessanten Aktivitäten neu aufgestellt, sodass die zukünftigen Teilnehmer*innen vielleicht eher daran teilnehmen möchten. 

Ich habe mir dann im Anschluss an meinen Sprachkurs noch ein paar Sehenswürdigkeiten in Westirland angeschaut: Cobh, Mizen Head, Cliffs of Moher. 

 

 

Kirche in Cork

English Market in Cork, die Queen war zuletzt 2011 dort

Cobh (Hafen von Cork, der letzte Einstiegshafen für Passagiere der Titanic), in 20 min bequem mit der Bahn von Cork aus zu erreichen

Cobh mit seinen wundervollen bunten Häusern wird auch Venedig des Nordens genannt

Traditioneller Fleischer in Cork 

Fish und Chips müssen sein 

Da ich keine Biertrinkerin bin, habe ich ein Guinness leider nicht probiert (shame on me). Den bekannten Guinness-Vogel gab es an jeder Ecke und jedem Pub zu sehen. 

Malerische Kulisse auf dem Weg zu Mizen Head, dem südwestlichsten Punkt Irlands und damit Europas

Mizen Head bei Regen und stürmischer See

Die Cliffs of Moher, die atemberaubende Natur bildete auch schon für Harry Potter und der Halbblutprinz eine tolle Kulisse

Fazit

Insgesamt war meine Woche in Cork sehr interessant und der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus hat sich gelohnt. Ich konnte meinen Bildungsurlaub dafür nutzen mein Englisch zu reaktivieren und auch noch ein tolles Land mit wunderschöner Natur und gastfreundlichen Menschen kennenzulernen. Irland hat sich mir als ganz besonderes Land eröffnet und ich kann jedem Menschen nur ans Herz legen, einen Sprachkurs in Irland zu machen.