Sprachreise nach Jordanien

Mit GLS kann man Arabisch u.a. in Amman lernen - eine der ältesten Städte der Welt und Hauptstadt des kleinen Königreichs Jordanien

Hallo! Mein Name ist Janine Herrmann und ich bin bei GLS u.a. in der Sprachreisenabteilung tätig. Ende Oktober reiste ich zum allerersten Mal nach Jordanien, um unserer Partnerschule in Amman einen Besuch abzustatten. Um meinen Aufenthalt etwas auszudehnen hatte ich mich entschlossen, auch gleich an einen einwöchigen Sprachkurs teilzunehmen. Zuvor hatte ich in Berlin lediglich einen Abendkurs an der VHS belegt, in dem wir das arabische Alphabet gelernt haben. Wir empfehlen grundsätzlich allen Teilnehmern, die einen Anfängerkurs belegen möchten, sich schon vor Ihrer Reise mit der arabischen Schrift vertraut zu machen.

Und hier sehen wir schon das Gebäude, in welchem sich die Sprachschule befindet (in der gesamten 4. Etage). Die Schule liegt mitten im Studentenviertel von Amman, die Universität von Jordanien liegt direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite. Dieser Stadtteil ist sehr belebt, auch in den Abendstunden ist hier viel los und die Straßen sind voll mit jungen Leuten. Downtown Amman erreicht man mit dem Taxi in einer Viertel Stunde.

Die Räumlichkeiten in der Schule sind modern, sehr hell und farbenfroh. Am ersten Schultag meldet man sich zunächst an der Rezeption und registriert sich mit seinem Reisepass/Visum. Die BetreuerInnen überreichen dann allen neuen Sprachschülern eine Begrüßungsmappe mit Schreibblock, Stift etc. und bringen sie zum Raum für die Einführungsveranstaltung.

Eine Besonderheit beim Sprachkurs in Amman: Die Schulwoche geht nicht von Montag bis Freitag, sondern von Sonntag bis Donnerstag. Das Wochenende ist am Freitag und Samstag. Der 1. Schultag in Jordanien ist also immer ein Sonntag. Zu beachten sind die festen Starttermine einmal im Monat.

Bei der Einführung erhält man viele Informationen über das Land, die jordanische Kultur, die Sehenwürdigkeiten und die Schule. Im Anschluss legen alle neuen Schüler den schriftlichen Einstufungstest ab. Damit war ich persönlich sehr schnell fertig, da ich ja noch nicht so viel konnte.

Nach der Auswertung der Tests wurden alle Schüler Ihren jeweiligen Kursen zugeteilt. Ich kam in den Anfängerkurs, auf dem Bild oben sieht man meine wundervolle Lehrerin Shadia. Da ich den sogenannten Kombi-Kurs gebucht hatte, hatte ich zusätzlich zum Gruppenkurs am Vormittag noch täglich 2 Lektionen Einzelunterricht am frühen Nachmittag.

Vor und nach dem Unterricht treffen sich die Schüler in der Cafeteria der Sprachschule. Dort werden diverse Kaffeevariationen, kalte und heiße Getränke, Obst, Snacks und Sandwiches für kleine Preise angeboten. Ich habe es zwar immer wieder auf Englisch probiert, meinen Kaffee aber erst erhalten, wenn ich ihn auf Arabisch bestellt habe. Die netten Mitarbeiter haben uns bei jeder Gelegenheit motiviert, möglichst viel Arabisch zu sprechen.

Von der Cafeteria aus hat man einen tollen Blick auf den Campus der Universität von Jordanien. Leider kommt man auf das Gelände nur mit einem für die Uni gültigen Studentenausweis rein, am Eingangstor der Uni wird streng kontrolliert. Dennoch besteht die Möglichkeit, während der Sprachreise leicht mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. An der Sprachschule werden nämlich auch Englisch- und Deutschkurse angeboten und diese werden vorrangig von Jordaniern besucht. Nach dem Unterricht besteht die Möglichkeit, sich z.B. in Sprachpartnerschaften und Diskussionsgruppen auszutauschen.

Im Eingangsbereich der Schule hängen wie in vielen öffentlichen Gebäuden im Land die Portraits von König Abdullah, von seinem verstorbenen Vater König Husseins sowie vom Kronprinzen. Von hier aus starteten wir nach der ersten Unterrichtseinheit am Sonntag in einen gemeinsamen Nachmittag, der für alle neuen Schüler von der Sprachschule organisiert wird.

Mit einem Betreuer fuhren wir zunächst nach Downtown und wurden zu einem landestypischen Mittagessen eingeladen, mit lecker Hummus und Falafel.

Bei der anschließenden Stadtführung besichtigten wir die Ausgehmeile Rainbow Street, liefen an der Al-Husseini-Moschee vorbei und schlenderten durch die Altstadt mit den traditionellen orientalischen Märkten - den Souks.

Dort werden nicht nur Gewürze, Obst, Gemüse, Kleidung und Handwerkskunst angeboten, sondern auch Schmuck. Unmengen von Schmuck. Auf dem sogenannten Gold Souk (am K. Faysal Square, Bild oben) bieten über 50 Händler Schmuckstücke zu vergleichbar günstigen Preisen an.

Und hier endet die Tour: Im kolossalen und gut erhaltenen römischen Amphitheater aus dem 2. Jahrhundert. Dieses befand sich damals im Zentrum der Stadt und bot auf seinen 44 Sitzreihen Platz für gut 6000 Zuschauer. Das Tolle ist, dass man die alten Treppenstufen auch heute noch besteigen und auf den monumentalen Sitzen Platz nehmen kann. Das Theater wird immer noch genutzt für Konzerte oder sportliche Veranstaltungen, die Akustik soll noch so gut sein wie früher.

Nachdem sich die anderen verabschiedet hatten, entschloss ich mich, noch auf den nahegelegenen Zitadellenhügel hochzufahren. Dieses Gebiet wurde bereits in der frühen Bronzezeit besiedelt und zählt zu den ältesten dauerhaft besiedelten Orten der Welt. Es ist einer der 7 Hügel, auf denen die Stadt gegründet wurde. Die Aussichten auf das Stadtgebiet von Amman, welches sich mitlerweile auf 20 Hügel ausgedehnt hat, sind schlichtweg atemberaubend. Ich war eine Stunde vor Schließzeit um 18 Uhr dort und erlebte somit das Gebet zum Sonnenuntergang zwischen den Ruinen des Herkulestempel und Umayyaden-Palast hoch über der Stadt mit. Ein wirklich magischer Moment, denn außer mir waren nur noch wenige andere Touristen hier oben. Und so blickten wir hinunter auf das weiße Häusermeer und die sonst so belebten Straßen der 2 Millionen Einwohner Stadt, die zwischen den aus allen Richtungen seicht hallenden Gebetsklängen völlig zur Ruhe gekommen schien. 

Aber auch das ist Amman: Moderne Hochhäuser, westliche Architektur, riesige Shopping Center und hippe Studio-Apartments. In den letzten Jahren entstand im Grunde ein völlig neues "Downtown"-Viertel, genannt "The Boulevard".

Die nächsten 4 Tage der Sprachreise verbrachte ich von 9-15 Uhr im Sprachkurs an der Schule. Die Nachmittage nutzte ich, um mir Amman und die Umgebung anzusehen. Die Schule bietet leider keine weiteren organisierten Ausflüge an, aber die Ansprechpartner helfen mit Anregungen und Insidertipps. Die Sprachschüler schließen sich oft eigenständig zusammen und fahren in kleinen Gruppen mit einem Taxi zu den Sehenswürdigkeiten. Die sind eigentlich an jeder Ecke in Amman problemlos zu kriegen (z.B. Bild oben vorm Schulgebäude). Wichtig ist bei Fahrten innerhalb von Amman den Fahrer immer zu bitten, das Taxameter einzuschalten. So umgeht man überteuerte Touristenpauschalen. Bei Fahrten ins Umland kann man aber feste Tagestourenpreise aushandeln (umgerechnet um die 20-40 Euro, je nach Entfernung). Man kann sich auch einen Mietwagen ausleihen. Da der Fahrstil der Jordanier aber eher chaotisch und unberechenbar ist, empfehle ich diese Option nur erfahrenen Autofahrern mit starken Nerven. ;-)

Hier einige Ausflugsziele, die man an den Nachmittagen von Amman aus gut besichtigen kann. Die Kilometerangaben gelten immer ab der Schule:

Jerash (38 km entfernt): Die antike Stadt Gerasa ist eine der größten römischen Ausgrabungen in Nahost und wird auch als „Pompeji des Ostens“ bezeichnet.

Das Tote Meer (60 km entfernt): Das Tote Meer liegt im Jordangraben, Es ist eigentlich ein See und heißt so, weil es in ihm keine Lebewesen gibt. Der Salzgehalt liegt bei 30%.

mineralreichen Schlamm

Taufstelle Jesu (48 km entfernt): Die Ufer liegen nur wenige Meter auseinander, in der Flußmitte verläuft die Grenze.

Mount Nebo (40km entfernt): Vom biblischen Berg Nebo im Westen des Landes soll Moses einst zum ersten Mal das Gelobte Land erblickt haben. Tatsächlich bietet sich von seinem höchsten Punkt ein herrlicher Panoramablick über das Jordantal und das Tote Meer und man kann sogar bis nach Israel blicken.

Die "Mosaikstadt" Madaba (ca. 40 km v):

Petra: Die Felsenstadt Petra ist über 2000 Jahre alt und die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit Jordaniens.

Ich selbst habe bei einer Gastfamilie gewohnt und auch wenn diese Unterkunftsart nur für Frauen buchbar ist, würde ich es jeden wärmstens empfehlen. Unsere Gasteltern haben uns viel über Jordanien und das Leben im Nahen Osten berichtet und wir waren fasziniert von Ihren Geschichten. Auch wenn wir uns grundsätzlich auf Englisch unterhalten haben, hat uns unserer Gastmutter zu einzelnen Gegenständen und Worten auch immer die arabischen Vokabeln gesagt und das hat beim Lernen ungemein geholfen. Außerdem erhält man Tipps aus erster Hand, wenn man eine Frage hat und hat immer einen "Ansprechpartner" mit im Haus. Zudem bereiten die Gastgeber auch Frühstück und Abendessen für die Gastschüler zu. Auch das war jeden Tag ein Highlight. Was erwartet uns wohl heute zum Frühstück. Von kleblig süßen Kuchen bis eingelegten salzigen Käse mit Oliven war alles dabei.

FAZIT: Jordanien wird in den Reiseführern gerne als "historische Schatzkiste" oder als "großes Freilichtmuseum" bezeichnet, das einlädt zu einem "Spaziergang durch die Weltgeschichte". Perser, Griechen, Römer, Araber, Kreuzritter hinterließen ihre Spuren.  Es gibt 5 UNESCO-Welterbestätten in Jordanien!