Tee, Themse und Theater - Zwei Monate in London

Vom 07.April bis zum 08. Juni hatte ich die Chance, den Arbeitsalltag in der drittgrößten Stadt Europas zu erleben und für jemanden, der außer ein paar Nebenjobs und Praktika noch nicht viel Erfahrung in der Arbeitswelt hat, war das ein ziemlich großer Schritt. "Englisch ist nicht meine Muttersprache?! Ich kenne dort niemanden ?! Wo wohn ich überhaupt !? Ich kenne mich ja überhaupt nicht aus ?!" Alles zweifelnde Gedanken, die ich mir vor meiner Abreise gemacht hatte, von denen sich zu Glück aber keiner als berechtigt herausgestellt hat. Wie London für mich war und ob Engländer wirklich so viel Tee trinken versuche ich hiermit zu beantworten.

Mein Arbeitsplatz

Beginnen möchte ich mit dem Grund warum ich überhaupt zwei Monate in London verbracht habe: ein Praktikum bei Iris Theatre. 

Vor dem Beginn meines Praktikums absolvierte ich einen Sprachkurs mit dem Fokus "English for work" bei der Sprachschule EC London. Der Sprachkurs stellte sich nicht nur als äußerst nützlich für meine Arbeit bei Iris Theatre heraus, sondern auch als fantastische Möglichkeit Menschen in meinem Alter aus aller Welt kennen zu lernen. 

Nach dem einwöchigem Sprachkurs hat meine Praktikumstätigkeit schließlich begonnen und ich muss gestehen ich war erst ziemlich überfordert.  

Was mich zum einen verwirrt hat war, dass Iris Theatre in enger Zusammenarbeit mit der St.Pauls Church (ebenfalls bekannt als 'Actors Church') steht und sich die Räumlichkeiten des Büros ebenfalls in der Kirche befinden. Außerdem war es an meinen ersten Tag im Büro sehr stressig weshalb ich mich völlig Fehl am Platz fühlte und nicht wusste wie ich überhaupt etwas beitragen konnte. Nach einer Woche war dieses Gefühl vollstädig verflogen und ich konnte meine täglich anfallenden Aufgaben (Agenturen kontaktieren, Castings organisieren, Datenpflege) erfolgreich und mit Spaß umsetzen. 

Covent Garden

Dass mir die Arbeit Spaß machte und ich mich sehr gut mit meinen Kollegen verstand war aber nicht nur der einzige Vorteil meines Arbeitsplatzes. Wie schon erwähnt liegt das Büro von Iris Theatre im Gebäude der St. Pauls Church und wer den Standort der Kirche in die Suchmaschine seines Vertrauens eingibt, wird herausfinden, dass St.Pauls Church direkt im Herzen von Covent Garden liegt. 

Zahlreiche Geschäfte, kleine Cafés, fantastische Restaurants und Straßenkünstler soweit das Auge reicht. Ein Teil von London der so schön ist, dass man sogar über die vielen Touristen hinwegsehen kann. 

Aber nicht nur um Covent Garden herum finden man tolle Restaurants, sondern in der ganzen Stadt. London hat kulinarisch einiges zu bieten. Egal ob vegan, vegetarisch, pescetarisch, mit Fleisch oder ohne Gluten: in London ist für jeden was dabei. Und auch wenn die Preise im Schnitt natürlich auch beim Essen höher sind, ist es einfach qualitatives Essen zu einem günstigen Preis zu finden

Kultur?

Selbverständlich kann man zwei Monate in einer Stadt wie London nur mit Arbeiten und großartigem Essen verbringen, was ich zugegeben in meinen ersten Monat dort auch getan habe. Wer jedoch Lust auf etwas Kultur hat, ist mit den zahlreichen kostenlosen Museen sehr gut bedient. Besonders faszinierend ist das British Museum, vorallem wegen seiner ausergewöhlichen Architektur. Am eindrucksvollstem war jedoch das 'Tate Modern'.

Das 'Tate Modern' ist ein an der Themse gelegenes Kunstmuseum welches nicht nur die größten und bedeutensten Werke namenhafter Künstlern beherbergt, sondern auch eine frei zugängliche Aussichtsplatform in Mitten der Stadt anzubieten hat. 

Unterkunft

Gewohnt habe ich während meines Praktikums im Lodoner Osten nahe der Themse.

Vergleichbar mit einer WG hatte ich in der Unterkunft ein Zimmer mit eigenem Bad. Von meinem Fenster aus hatte ich einen tollen Ausblick auf 'Canary Wharf' ein Viertel welches Standort vieler beindruckender Wolkenkratzer ist. Die Lage meiner Unterkunft war sehr ruhig und familiär, bot aber trotzdem eine sehr gute Anbindung zum Bus und U-Bahnnetz. 

Klischees?

Natürlich kommt man nicht nach London ohne gewisse Klischees im Hinterkopf zu haben. Zum einen war da das Wetter. Jeder kennt das berühmte Klische "in England regnet es nur". Und auch wenn das für den Rest von England vlt stimmen mag, kann ich das für London nicht bestätigen. Zu großen Teilen war zur Zeit meines Aufenthalts angenehmes Frühlingswetter mit dem ein oder anderem Regenschauer, aber auch viel Sonnenschein. 

Wenn es um Klischees rund um England geht, kommt man natürlich nicht um die Frage, ob Engländer wirklich so viel Tee trinken. Und auch hier kann ich nicht für ganz England sprechen aber die Londoner mit denen ich gearbeitet habe, bestätigten dieses Klischee tagtäglich. So wie viele Menschen in Deutschland zwei bis drei Tassen Kaffe trinken, gab es bei uns im Büro mindestens zwei mal 'Earl Grey' mit Milch. 

Fazit 

Wer tatsächlich bis zum Ende meiner Reportage gelesen hat, dem will ich mein Fazit natürllich nicht vorenthalten. 

London ist definitiv nicht günstig, aber sein Geld absolut wert. Eine wahnsinnig interessante, multikulturelle und weltoffene Stadt in der man sich sofort zu Hause fühlt. Viele spannende Menschen mit spannenden Geschichten, ein großartig ausgebauter öffentlicher Nahverkehr und eine extrem abwechslungsreiche Architektur. 

Das alles macht London für mich wahnsinnig attraktiv und jeder der die Chanche bekommt, mehr als ein Wochenende dort zu verbringen, sollte diese auf jeden Fall nutzen. 

Ich bin dankbar für die zwei Monate in denen ich ein Teil der Stadt sein konnte und hoffe jedem der noch nach Inspiration sucht hier ein bisschen weiter helfen zu können.