Ein unvergesslicher Aufenthalt in Malta.
Im Januar 2026 entschied ich mich dazu, einen Bildungsurlaub mit Englischkurs auf Malta zu absolvieren. Im Internet recherchierte ich nach passenden Angeboten und lernte dabei die GLS Sprachschule kennen. Nach einem ersten Telefonat erhielt ich die erforderlichen Unterlagen, um den Bildungsurlaub bei meinem Arbeitgeber zu beantragen. Als die Bewilligung vorlag, wurden der Sprachkurs sowie das Schulhotel sofort gebucht, der Flug direkt nach der Bestätigung. Nun hieß es: warten.
Am 03.05. begann mein Abenteuer. Ja, für jemanden, der Ü60 ist, fühlt es sich tatsächlich wie ein Abenteuer an. Im Vorfeld fragte ich mich: Was erwartet mich? Welchem Sprachniveau werde ich zugeordnet? Wer sind die anderen Kursteilnehmer, woher kommen sie und wie alt sind sie? Die Spannung stieg.
In Malta angekommen, suchte ich zunächst den Bus, der mich in die Nähe meines Hotels in Sliema brachte. Das war zunächst etwas verwirrend, doch so konnte ich nach langer Zeit endlich wieder Englisch sprechen.
Das Day’s Inn Hotel in Sliema würde ich eher mit zwei Sternen bewerten. Dort waren viele Schüler und Sprachreisende im Alter von etwa zwölf bis über sechzig Jahren untergebracht. Insgesamt war es in Ordnung, allerdings hatte ich ein sehr dunkles und hellhöriges Zimmer mit einem kaputten Kühlschrank. Auch das Frühstück entsprach nicht meinem Geschmack, sodass ich mich jeden Morgen selbst darum kümmern musste. Glücklicherweise gab es im Umkreis von fünf Gehminuten mehrere Supermärkte, Coffeeshops und Bäckereien.
An meinem Ankunftstag erkundete ich zunächst die nähere Umgebung von Sliema sowie den Weg zur Schule.
Montag – erster Schultag
Erwartungsvoll machte ich mich auf den Weg zur Schule, den ich nun fünf Tage lang täglich gehen sollte.
In der IELS Sprachschule herrschte bereits reger Betrieb, doch die Mitarbeitenden hatten alles hervorragend organisiert: Foto für den Studentenausweis, Ausdruck des Ausweises, Stundenplan, Schulbuch, kurze Begrüßung – und schon begann der Unterricht. Trotz des Trubels verlief alles reibungslos.
Im Klassenraum erwarteten mich acht weitere Teilnehmer sowie unsere Lehrerin Valentina, eine Italienerin, die uns am Vormittag unterrichtete. Die anderen Teilnehmer kamen aus Deutschland, Südkorea, Argentinien und Brasilien. Bis auf eine Person waren alle deutlich jünger als ich – altersmäßig hätten sie meine Kinder sein können. :-)
Und dann ging es los. Die zweimal 1,5 Stunden Unterricht am Vormittag vergingen wie im Flug. Nach einer 30-minütigen Mittagspause folgten weitere 1,5 Stunden Konversationstraining. Dieses leitete Charles, ein gebürtiger Amerikaner mit maltesischen Wurzeln. Unterrichtsende war um 14 Uhr – und ja, ich war danach völlig geschafft, denn durchgehend Englisch zu sprechen war ich nicht mehr gewohnt. Gleichzeitig machte es großen Spaß und fühlte sich wunderbar an.
Für den Nachmittag hatte ich eine von der Schule angebotene „Malta Intro Tour“ gebucht. Nach einer kurzen Pause ging es zum Treffpunkt. Auf dem Programm standen zunächst Sliema und anschließend Valletta mit einer rund dreistündigen Stadtführung zu Fuß. So erhielt ich bereits viele interessante Eindrücke von der Insel und insbesondere von Valletta.
Zurück im Hotel gab es noch ein kleines Abendessen, einen kurzen Blick ins Englischbuch und anschließend las ich ein Buch, das ich in der Buchhandlung an der Ecke gekauft hatte – natürlich auf Englisch.
2. Tag
Langsam gewöhnte ich mich an den Tagesablauf: speaking, reading, new vocabulary and grammar in meinem B1+-Kurs. Gleichzeitig kamen viele Erinnerungen an früher Gelerntes zurück.
Am Nachmittag fuhr ich mit dem Linienbus nach Marsaxlokk, einem gemütlichen Fischerdorf an der Südküste Maltas, das besonders als Fotomotiv beliebt ist. Dort gibt es auch einen Markt, der vor allem sonntags zahlreiche Touristen anzieht. An diesem Dienstagnachmittag waren jedoch nur wenige Besucher unterwegs.
Nach einem Rundgang fand ich einen Tisch direkt am Hafenbecken und aß dort ausgezeichneten Fisch zu einem sehr moderaten Preis.
3. Tag
Das Lernen wurde inzwischen zur Routine und begeisterte mich weiterhin sehr. Nach und nach entstand auch Kontakt zu den anderen Kursteilnehmern. Gemeinsam mit der Koreanerin aus meiner Gruppe unternahm ich am Nachmittag einen Ausflug nach Mdina.
Unser Lehrer Charles hatte uns empfohlen, dort das „Fontanella“ zu besuchen. Der Schokoladenkuchen dort sei angeblich der beste der ganzen Insel.
Mdina war vor Valletta die Hauptstadt Maltas. Die Altstadt ist von einer mächtigen Stadtmauer umgeben, die an eine Festungsanlage erinnert. Innerhalb der Mauern gibt es viele kleine Gassen, wunderschöne Häuser, kleine Geschäfte, Kirchen und vieles mehr. Besonders beeindruckend war ein Laden mit kunstvollen Glasarbeiten.
Natürlich besuchten wir auch das „Fontanella“, von wo aus man einen grandiosen Blick über große Teile der Insel hat. Den berühmten Kuchen probierten wir allerdings nicht – allein die Stücke anzusehen reichte schon aus. Dafür muss man wirklich großen Hunger haben. Stattdessen entschieden wir uns für einen Teller mit herzhaften maltesischen Spezialitäten, die uns ausgezeichnet schmeckten.
4. Tag
In der Schule ging es intensiv mit Englisch weiter. Am Nachmittag erkundete ich alleine die Nachbarstadt St. Julian’s. Dort gibt es moderne Gebäude, ein elegantes kleines Shoppingcenter und zahlreiche Bars – ein Paradies für Nachtschwärmer. Für mich persönlich war das allerdings weniger interessant.
5. Tag
Mein letzter Schultag – und ich war tatsächlich traurig darüber.
Einer Einladung zur Übergabe der Zertifikate in der Mittagspause folgte ich gerne. Danach fand der letzte Konversationskurs statt. Dann war es vorbei.
Kurz darauf fuhren wir zu viert mit der Fähre nach Valletta, wo die anderen drei Teilnehmer zum ersten Mal waren. Dank meiner vorherigen Intro-Tour konnte ich bereits einige Informationen weitergeben.
Wir verbrachten einen wunderschönen Nachmittag in Valletta und genossen einen Aperol Spritz am Lower Barrakka Kiosk. Von dort aus hat man einen fantastischen Blick auf den Hafen von Valletta. Mit der letzten Fähre um 19:30 Uhr kehrten wir zurück.
6. Tag
Keine Schule – dafür ein gebuchter Tagesausflug nach Gozo gemeinsam mit meiner neuen koreanischen Freundin.
Wir bekamen viel zu sehen: zunächst die Zitadelle, anschließend das kleine Zentrum von Rabat und später noch einen Ort mit Badebucht, an dem wir zu Mittag aßen. Danach ging es zurück zur Fähre und weiter nach Sliema.
Der Ausflug war interessant, allerdings blieb überall nur wenig Zeit, was wir beide bedauerten. Das ist der Nachteil einer geführten Tour.
7. Tag
Muttertag – mein letzter voller Tag auf Malta.
Schon lange vor diesem Urlaub hatte ich für diesen Tag ein Bild im Kopf: den Blick auf das Mittelmeer genießen – mit einem Glas Aperol Spritz in einem Café oder Restaurant.
Zunächst musste ich allerdings aus dem Hotel auschecken und in meiner nächsten Unterkunft einchecken – leider nur für eine Nacht.
Danach traf ich mich mit Oh Huang, meiner neu gewonnenen südkoreanischen Freundin. Gemeinsam wollten wir diesen besonderen Tag verbringen und fuhren dafür nach Valletta. Dort mieteten wir zunächst eine Pferdekutsche für eine kurze Fahrt entlang der Bastionsmauer. Anschließend entdeckten wir weitere schöne Ecken der Stadt, bevor wir ein Café fanden, in dem wir leckeren Kuchen aßen und Espresso Pistacchio tranken.
Zurück in Sliema zeigte ich ihr mein neues Quartier. Juliana hatte für den Abend einen Tisch im Restaurant „Tora“ reserviert – mit Terrasse und einem grandiosen Blick auf Valletta.
Dort trafen wir uns schließlich zu fünft – zwei Brasilianer, eine Argentinierin, eine Südkoreanerin und ich – zu meinem Abschiedsessen und natürlich zu dem lang ersehnten Aperol Spritz.
Wir verbrachten einen wunderbaren Abend miteinander, erzählten von unserer Heimat und lachten sehr viel.
Mein Herz war voller Freude, und ich war dankbar für diese besondere Erfahrung sowie für die herzliche Akzeptanz als „Oldtimer“ unter den deutlich jüngeren Teilnehmern.
8. Tag
Rückreisetag.
Mein Flug ging erst gegen 17 Uhr, sodass mir noch etwas Zeit in Sliema blieb. Diese nutzte ich, um letzte Mitbringsel zu kaufen und noch unbekannte Ecken zu erkunden.
Zum Mittagessen traf ich mich noch einmal mit den beiden Brasilianern, die an diesem Tag keinen Nachmittagsunterricht hatten. Danach hieß es endgültig: bye-bye Malta.
Bei meiner Ankunft in Frankfurt erwartete mich schließlich ein nasses und kaltes Deutschland.