Ich war Ende August bis Mitte September drei Wochen in Rouen, um Französisch zu lernen. Durch Glück mit dem Wetter konnte ich viele Ausflüge machen!
Anreise war an einem Sonntag. Ich habe den ersten Flieger aus Berlin genommen, bin nach Paris geflogen und von dort aus mit dem Flixbus weitergefahren. Das hat auch super geklappt und ich würde es empfehlen! (Die Alternative ist der Zug aus Paris, da muss man aber oft umsteigen und das wird anstrengend, wenn man Gepäck dabeihat.) Rouen ist sonntags im August allerdings echt wie ausgestorben. Meiner Unterkunft war in einer Studentenresidenz, wo am Sonntag auch niemand war - sie hatten uns vorher per Email mitgeteilt, wie wir selbst hineinkommen können. Das Bild zeigt den Blick aus meinem Zimmer im vierten Stock! Mit der Unterkunft war ich sehr zufrieden - es gibt auch die Möglichkeit, Wäsche zu waschen.
Ich hatte ein Doppelbett für mich allein. Die Zimmer haben auch eine kleine Kochnische, die ich allerdings nicht benutzt habe. Ich hatte die Option mit Frühstück - von Montag bis Samstag gab es morgens ein kleines Buffet mit Croissants, pain au chocolat, Kuchen und Obst. Nichts für Leute, die ein herzhaftes Frühstück bevorzugen - aber in Frankreich sind die Croissants auch noch mal ein Stück leckerer :D
Am Montag musste ich früh zum Einstufungstest in die Schule, die fußläufig einfach erreichbar war. Wir hatten vorher schon online einen Test gemacht, also fehlte nur noch der mündliche Teil. Ich wurde schließlich in B2 eingestuft. Da ich einen Intensivkurs gebucht hatte, hatte ich vormittags und nachmittags Unterricht bei verschiedenen Lehrern und Lehrerinnen, die auch jede Woche wechselten. Das fand ich gut, weil man so ganz unterschiedliche Lehransätze kennenlernt. Die ersten zwei Wochen waren fünf bis acht Leute in einer Gruppe - in der letzten Woche wurden wir nachmittags mit einer anderen Gruppe zusammengelegt und waren dann 15, was ich etwas zu viel für die Raumgröße fand.
Es gibt pro Woche ein generelles Thema für den Vormittags- und eins für den Nachmittagsunterricht, z.B. Literatur, Feste und Traditionen oder eine spezifische Region Frankreichs. Die Nachmittagskurse machen am Ende der Woche dann eine Präsentation, um zu zeigen, was sie gelernt haben. Allein durch die vielen Gelegenheiten zu sprechen hat sich mein Französisch sehr verbessert! Am Ende des Aufenthalts macht man einen kurzen Test und danach bekommt man sein Zertifikat.
Die Mitarbeiter der Schule sind alle sehr nett und hilfsbereit. Falls man Fragen zu etwas hat, kann man immer an der Rezeption um Hilfe bitten. Die Luft in den Räumen war teilweise nicht so gut, weil sie sich nur schwer lüften lassen, vor allem, wenn es sehr heiß ist.
Die Schule ist ganz in der Nähe vom öffentlich zugänglichen botanischen Garten. Es gibt um 13 Uhr eine Stunde Mittagspause, allerdings nicht viele Möglichkeiten, um etwas zu essen zu kaufen (außer die Boulangerie um die Ecke).
Generell sind die Öffnungszeiten für (deutsche) Touristen nicht einfach - viele Restaurants machen für unsere Verhältnisse erst sehr spät auf. Vor frühestens 19 Uhr wird es schwierig, überhaupt essen zu gehen. Man kann die Zeit aber mit goûter überbrücken - der französischen Variante von Kaffee und Kuchen.
Am Sonnabend habe ich einen Ausflug nach Giverny mitgemacht, zu den Gärten von Claude Monet. Es war wunderschön und ich empfehle es jedem - dort versteht man wirklich, wieso Monet auf diese Art gemalt hat. Man will sich fast selbst daran versuchen, so atemberaubend ist das Licht in seinem Haus und seinen Gärten. Die Seerosenteiche und die japanische Brücke sind genau wie auf den Bildern!
Danach sind wir zur Burg von Richard Löwenherz gefahren. Man hat dort einen tollen Blick auf die Seine und entlang des Ufers sind viele Künstler*innen mit ihren Staffeleien und malen genauso wie die Impressionisten vor vielen Jahren! Sie sind auch oft ganz erfreut, wenn man sich für ihre Malerei interessiert - Bilder kaufen kann man dort auch.
In Rouen selbst gibt es auch einiges zu entdecken: Das Museum beaux arts, das Museum Jeanne d'Arc, das Musée national de l'éducation und die Kathedrale, die auch Monet gemalt hat. Mit den Museen lassen sich gut die Sonntage füllen, denn sie haben auch sonntags geöffnet (ins beaux arts kann man sogar umsonst!). Die Métro bietet Zehnfahrtenkarten kann, die man an Automaten an den Stationen kaufen kann. Samstags ist der gesamte öffentliche Nahverkehr umsonst!
An meinem zweiten Samstag in Rouen habe ich einen Zug nach Paris genommen. Man braucht nur anderthalb Stunden und ich habe die Züge als extrem zuverlässig erlebt. Die SNCF App ist auch super und man braucht keine Tickets ausdrucken. Paris hat mir so gut gefallen, dass ich nach meinem Aufenthalt in Rouen noch ein paar Tage dort geblieben bin, um mir die Stadt genauer anzusehen. Ich würde das Musée d'Orsay empfehlen!
Insgesamt war Rouen eine tolle Gelegenheit, eine für mich neue Region Frankreichs kennenzulernen und dabei mein Französisch zu verbessern.