Dublin und die grüne Insel - Sláinte!

Reportage von

Wir sind Anja und Corinna und arbeiten bei GLS in der High School Abteilung. Erasmus+ sei Dank durften wir eine Woche lang die Grüne Insel erleben. Dublin als Ziel für das durch die EU finanzierte Programm war schnell gewählt, eine Woche Sprachkurs in der Kleingruppe, gepaart mit einem Modul Business English an drei Nachmittagen, und zwar am Emerald Cultural Institute. Das Wochenende war dann noch Gelegenheit, bis zu den Cliffs of Moher zu fahren.

Die wunderschön gelegene Sprachschule genießt über die Grenzen des Landes hinaus einen fantastischen Ruf und zieht entsprechend Sprachinteressierte aus der ganzen Welt an.

Gewohnt haben wir selbst organisiert in Lucan, einem nördlichen Vorort Dublins, gut angebunden mit dem Bus, wie überhaupt Dublin einen sehr effizienten öffentlichen Nahverkehr aufweist. Das Stadtbild ist geprägt von Bussen, die aufgereiht wie Perlen an einer Schnur das Stadtbild prägen. Egal, wie eng es ist, Busse wühlen sich durch. Zwei Tramlinien (rot und grün, genannt LUAS) und die schnelle DART-Bahn, eine Art S-Bahn, die die Vororte erschließt, komplettieren das Bild des öffentlichen Nahverkehrs in Irlands Hauptstadt. Alles ist nutzbar mit der LEAP Card. Wir haben die 7-tägige Leap Vistor Card (32 EUR) schon am Flughafen gekauft und konnten uns damit sorgenfrei in der Stadt bewegen – sehr empfehlenswert! 

 

Rund eine halbe Million Menschen leben in Dublin und prägen das Bild einer bunten und lebhaften Stadt. Der Innenstadtbereich ist gut zu Fuß zu erkunden und die Orientierung einfach. Der Fluss Liffey zieht sich mitten durch das Zentrum und teil die Stadt in einen nördlichen und südlichen Teil. 

Die Sprachschule liegt im Süden, ganz gediegen in einer schönen Wohngegend, unmittelbar am Palmerston Park.

Parks gibt es in Dublin tatsächlich einige. Sie machen Dublin zu einer grünen, lebenswerten Stadt, voller Geschichte und Geschichten. Vier Literatur-Nobelpreisträger hat sie hervorgebracht und ihre Spuren finden sich überall. Jeder der 750 Pubs Dublins hat eine eigene Geschichte und im Literary Pub Crawl (sehr empfehlenswert!) bieten zwei Schauspieler eine Auswahl an Geschichten dar – und machen Lust auf eine literarische Erkundungstour der Stadt. Doch leider war unsere Zeit zur Stadterkundung ja sehr begrenzt und am nächsten Tag wieder Unterricht.

 

Damit zurück zur Schule:

Der Einstufungstest fand bereits im Vorfeld online statt (ein Multiple Choice-Teil und ein Interview via Zoom), sodass wir am ersten Tag willkommen geheißen und gleich in unseren Kurs eingeteilt wurden. 

 

Dann ging es auch schon los: Wir zwei aus Deutschland, Steffi aus Österreich, Shu-wei aus Taiwan, Jose aus Brasilien, Mizuki aus Japan und Gizem aus der Türkei waren ein netter, kleiner Kurs. Unser erster Block (9.00 bis 11.00 Uhr) war der Grammatik gewidmet. Antoin, promovierter Linguistiker, hat sich für uns einige Phänomene ausgesucht, die wir in Einzel-, Gruppen- und Klassenraumarbeit besprechen konnten. Whiteboard und Google Docs machen interaktiven Unterricht möglich.

Im zweiten Block, „Skills“ (11.30 bis 13.30) bringt uns Graham, ein waschechter Dubliner, Irland, seine Geschichte und seine Mythen näher. Von Finn McCool und dem Finean Cycle hatten wir bisher ebenso wenig gehört wie von den prähistorischen Stätten Irlands wie Newgrange oder dem Hell Fire Club. Wie verwurzelt und bekannt die Mythen sind, konnten wir im Gespräch mit verschiedenen „Dubs“ bestätigt finden – alle konnten ad hoc zumindest die Kurzfassung der Legenden um die Tuha de Dahna und die Firborg, Cu Chullain, Finn McCool, Diarmuid und Grainne und all die anderen Figuren der mythischen Sagenwelt wiedergeben. Graham ließ uns zu einzelnen Aspekten recherchieren und referieren und so einen ganz individuellen Zugang zu Irland und seiner Historie finden. Danke, Graham!

Im Business Teil unseres Kurses waren wir die einzigen beiden Kursteilnehmerinnen, sodass wir mitbestimmen durften, worauf der Focus liegen sollte.

Die Nachmittage haben wir genutzt, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. 

 

Die Schule bietet auch ein Aktivitätenprogramm an – man muss nicht auf eigene Faust los, sondern kann sich auch der Gruppe anschließen.

Wir haben die Atmosphäre hier sehr genossen und können die Schule unbedingt empfehlen!

Um noch etwas mehr von Irland zu sehen als nur die Hauptstadt, haben wir uns nach dem Kurs am Freitag für drei Tage ein Auto gemietet und sind in die Countryside gestartet. Der Opel Corsa mit Automatikgetriebe hat für die 3 Tage nur 100 EUR inklusive zweiter Fahrer:innen gekostet - der Vorsaison sei Dank. 

Unsere sehr individuelle Route führte uns über den Wild Atlantic Way in malerischen Umwegen zu den Cliffs of Moher. Mir leichtem Regen, etwas Nebel und dem satten Grün der Landschaft wirkte die Natur mystisch und wir schwelgten in Vorfreude. 

Und Regenlandschaft

Die Cliffs sind definitiv atemberaubend wie sie 120 m senkrecht abfallen. Jedoch sind auch die Wege und Absicherungen beeindruckend. Wir sind vom Viewpoint South in den Pfad eingestiegen. Die Touristenströme und die Befestigungen haben uns an die große chinesische Mauer erinnert . ….. Wir waren sehr froh, nicht in der Hauptsaison dort gewesen zu sein. Wir bestätigen gerne ebenfalls, dass sich der Besuch dort unbedingt lohnt.  

Wir haben im 45 Minuten entfernten Städtchen Ennis gewohnt, da Unterkünfte in direkter Nähe zu den Klippen quasi nicht zu finden sind. Ennis hat ein wunderschönes großes Town Centre mit unzähligen kleinen Straßen mit bunten, sehr verschiedenen Häusern, Läden, Kirchen, Cafes, Pubs, Brücken und Straßenkunst. Wir hatten vorher noch nie von Ennis gehört und waren umso begeisterter davon. 

Abend haben wir im Pub „The Poets‘ Corner“ dann auch noch eine typische Jam Session von einer Gruppe irischer Musiker:innen gehört – auch das typisch für irische Pubs.

Unsere zweite ebenso zufällige Entdeckung ist das Küstenstädtchen Tramore in der Nähe von Waterford. Es ist zwar nur 2,5 Autostunden vom Flughafen in Dublin entfernt, ist jedoch eine Umgebung für Badeurlaub und Sommerfrische und augenscheinlich ein Surfermekka. 

 

Es gibt dort einen kilometerlangen Sandstrand, von dem wir zahlreiche Surfer beobachten konnten. Der Atlantik zeigte sich mit ordentlich hohen Wellen. Die Surf-Rides waren entsprechend lang. Klar, braucht man im April dort Wetsuits zum Surfen. Dass überhaupt in Irland gesurft wird, war für uns es eine echt neue Erkenntnis. Auch Tramore ist eine gepflegte, liebevoll gestaltete Ortschaft, in die wir gerne zurückkommen wollen. 

Unsere Empfehlung ist es, jede Gelegenheit zu nutzen, um Ausflüge in die Umgebung zu machen. Ob nah oder fern ist egal, Irland ist so viel mehr als Dublin. 

Die Halbinsel Howth ist zum Beispiel in nur 30 Minuten mit der Dart (so was wie S Bahn) ab Tara Station aus der Mitte Dublins erreichbar. Dort kann man auf vier verschieden langen Wegen an der Steilküste entlang wandern und danach wunderbar am Hafen Fish’n‘Chips essen. 

Es war nicht nur „grand“, sondern sogar richtig klasse!

Mehr Infos zu den Sprachkursen am Emerald Cultural Institute: https://www.gls-sprachenzentrum.de/834_sprachkurs_dublin.html