Englisch mit Erasmus+ auf Malta

Reportage von

Englisch wird in meinem Arbeitsalltag immer wichtiger, ich fühlte mich aber unsicher und hatte den Eindruck, ich stottere herum. Darum habe ich mit Erasmus+ meinen Englischkurs auf Malta finanziert. Warum Malta? Weil etwas ganz Neues erleben wollte! In der Hoffnung auf frühlingshafte Wärme habe ich mich für die Woche vor Ostern entschieden…

Zwei Dinge hatte ich bei der Planung nicht bedacht: am 31. März ist maltesischer Nationalfeiertag und am 3. April war Karfreitag, an beiden Tagen war also keine Schule… Außerdem war das Wetter ungewöhnlich kühl, windig und regnerisch. Aber auch daraus kann man das Beste machen.

Ich flog am 28.3. von Hamburg via München nach Malta. Am Flughafen wurde ich direkt eingesammelt und gemeinsam mit zwei anderen Schüler*innen zu unseren Unterkünften gebracht.

Die EC Malta hatte mir schon vor Anreise einen Platz bei einem Ausflug über Malta angeboten, da griff ich gerne mit beiden Händen zu. Der erste Stopp war in Rabat, wo wir auch die Palmsonntagsprozession sahen. Dass das frühe Christentum die Zeit in den Katakomben mit Gottesdiensten neben den verwesenden Toten überstand, spricht sehr für die Anziehungskraft der Verkündigung.

Danach ging es in der Zeit zurück ins Neolithikum, zu den Tempeln in Hagar Qim. Beeindruckend. Einfach beeindruckend, zu was die Menschen schon fähig waren. Der Tempel, den wir uns ansahen, war zur Beobachtung der Sommersonnenwende angelegt, wurde aber sicherlich auch für andere Feiern und Gelegenheiten genutzt. 
Jetzt wohnen darüber die Spatzen.

Dann war Mittagszeit in Marsaxlokk. Der Fischmarkt ging bereits dem Ende entgegen, aber es gab genügend andere interessante Stände, an denen ich schon einmal den größten Teil meines Touristen-Shoppings erledigen konnte.

Zuletzt ging es zur Höhle von Ghar Dalam, in der Zwerghippos und Zwergelefanten gefunden wurden. Die Tieren hatten sich vor einer Eiszeit nach Süden begeben und saßen später zu ihrer Überraschung auf einer Insel fest. Durch die begrenzten Ressourcen kommt es in solchen Fällen zu Inselverzwergung. Am Wegesrand zwischen dem Museum (sehr britisch-bildungsbürgerlich, museumsdidaktisch völlig überholt) waren Pflanzen gesetzt, die typisch für Malta sind. Ein Miniatur Botanischer Garten.

Montag ging die Schule los. Vormittags ein kurzes Kennenlernen der neuen Schülerinnen, dann der Unterricht. Die Schule ist sehr gut ausgestattet mit Touchscreens und damit fest verbundenen Laptops, über die die Lehrer Zugriff auf ihre Ordner haben.

Dienstag war Unabhängigkeitstag, am 31.3.1974 verließen die letzten Briten die Insel, die dadurch zur Republik wurde. 1964 wurde Malta zwar selbstständig, hatte aber die Queen als Staatsoberhaupt. Ich bin an dem Tag nach Valletta gefahren und habe über die schönen Häuser dort gestaunt. Alle sind mit dem heimischen Sandstein gebaut, auch das neue Parlament, und fügen sich durch die Zeiten zu einem harmonischen Ganzen.

Mittags fing es an, stürmisch zu wehen und zu regnen, darum habe ich mich in den Bus gesetzt (7-Tage-Touristen-Ticket für 21€) und bin in den Norden der Insel gefahren.

Mittwoch war nachmittags wieder Unterricht angesagt, da konnte ich vormittags noch nach Sliema, ein wenig bummeln.

Donnerstag war dann auch schon der letzte Schultag. Alle Abgänger wurden gefeiert und bekamen ihre Zertifikate.

Karfreitag war also nochmal ein Tag, um die Insel zu erkunden. Mdina ist Pflichtprogramm, besonders das Café Fontanella Ankunft auf der Stadtmauer. Der Schokoladen-Orangen-Kuchen macht nicht nur richtig sat, sondern ist vor allem zum Sterben lecker. Dazu die Aussicht über die Insel! Trotz Nebensaison waren schon reichlich Touristen unterwegs, so dass der Titel „Die Stille Stadt“ nicht so ganz passend scheint.

Eigentlich wäre ich gerne noch durch Rabat gebummelt, aber da war es noch voller als in Mdina selbst. Zum Dingli-Kliff wäre interessant gewesen, aber da hätte es noch gedauert mit dem Bus. Also eine Nebenstrecke nach Valletta.

Dieses Mal bin ich nicht nach rechts zur Upper Barakka, sondern nach links durch ruhigere Straßen und dann durch Hastings Garden zurück zu  Busterminal. Auch sie lohnen sich! 
Damit war dann mein letzter Tag auf Malta vorbei.

Am Karsonnabend ging es mit dem Bus zum Airport und zurück via München nach Hamburg und weiter mit dem Kielius nach Kiel.

Auf Wiedersehen, Malta! Until next time, we will come back!